„Ein wichtiges Ziel ist, dass sich die Kinder im Leonardino wohlfühlen und glücklich sind, gern in den Kindergarten gehen und mit Freude am Leben hier teilhaben.“


Meine Konzeption, welche die Grundlage für meine tägliche pädagogische Arbeit darstellt, orientiert sich stark an den Ansichten des Sächsischen Bildungsplans, der auf neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen der Neurowissenschaften, der Bildungsforschung und der Entwicklungspsychologie beruht und Inhalte bzw. Ansätze verschiedener pädagogischer Richtungen aufgreift (wie Reggio-, Montessoripädagogik usw.). Der Sächsische Bildungsplan und somit meine Konzeption haben als wichtigste Kernthemen:

  • Spielen ist nicht nur spielen sondern die kindgerechteste Form des Lernens.
  • Wenn in dem Zusammenhang von Bildung gesprochen wird, dann ist meist von Selbstbildung der Kinder die Rede.
  • Bildung heißt nicht isolierte Funktionen und Kompetenzen zu trainieren.
  • Kinder sollen ihre Erfahrungen ganzheitlich machen, d.h. mit all ihren Sinnen und in den unterschiedlichsten Bereichen.
  • Die Kinder sollen die Gelegenheit erhalten, mit allen Sphären des menschlichen Lebens in Berührung zu kommen, d.h. mit Kultur, Kunst, Technik, Zahlen, Sprache, Natur, verschiedenen Menschen, Bewegung, Ernährung usw. Diese Sphären spiegeln sich im Konzept / in der pädagogischen Arbeit in den 6 verschiedenen Bildungsbereichen wider. Dazu gehören: die Somatische, Soziale, Kommunikative, Ästhetische, Naturwissenschaftliche-Technische und Mathematische Bildung.
  • Die verschiedenen Bildungs- bzw. Entwicklungsbereiche sind dabei nicht isoliert zu betrachten, sondern gehen ineinander über.

Pädagogische Ziele

Projekt „Garten auf der Fensterbank“

Ein wichtiges Ziel ist, dass sich die Kinder im „Leonardino“ wohlfühlen und/ glücklich sind, gern in den Kindergarten gehen und mit Freude am Leben hier teilhaben.Das soll erreicht werden, in dem ich die Kinder ernst nehme (und mich wortwörtlich auf gleiche Augenhöhe begebe), damit sie sich angenommen fühlen.

Ich möchte in meiner kleinen Kita eine vertrauensvolles Atmosphäre schaffen, in der die Kinder ihre Wünsche, Bedürfnisse und Interessen frei äußern können. Das ist eine wichtige Voraussetzung, um die pädagogische Arbeit nach den Interessen der Kinder zu gestalten. Was wiederum ermöglicht, dass die Kinder besser auf ihren Entwicklungswegen unterstützt werden.

Vermittlung von Werten, Normen und sozialen Kompetenzen

Die Vermittlung von Normen und Werten spielt ebenfalls eine große Rolle, denn sie. bilden die Grundlage für ein gutes Zusammenleben in einer Gemeinschaft. Hier geht es vor allem, um das Erlernen von sozialen Kompetenzen, wie Rücksichtnahme, Hilfsbereitschaft, Konfliktfähigkeit, Akzeptanz, Respekt, Höflichkeit u.v.m. Daraus ergeben sich folgende Umgangsformen, die mir wichtig sind:

  • Wir begrüßen und verabschieden uns persönlich und gehen höflich miteinander um.
  • Wenn wir etwas möchten, dann gehört ein Bitte und ein Danke selbstverständlich dazu.
  • Wir lassen den anderen ausreden und akzeptieren unterschiedliche Meinungen.
  • Wir lösen Konflikte, ohne körperliche oder verbale Gewalt anzuwenden.
  • Wir geben acht auf unsere Umwelt. Das bedeutet, dass wir uns verantwortungs-bewusst gegenüber allen Lebewesen, Pflanzen und Materialien verhalten.

Außerdem wird versucht den Sprösslingen zu verdeutlichen, dass es in einer Gemeinschaft Regeln & Grenzen zu beachten gibt, die zum Wohlbefinden eines jeden Einzelnen von entscheidender Bedeutung sind. Dabei sind klare Strukturen für die Kinder sehr bedeutsam. Da sie ihnen Halt und Orientierung geben.

Projekte

Den Kindern möchte ich durch verschiedene Aktionen Impulse für die unterschiedlichsten Bereichen des Lebens geben. Dabei richtet sich die Vermittlung von Wissen und Werten an den derzeitigen Entwicklungsstand des Kindes. Bei den Aktionen / Projekten werden zum einen die Themen der Kinder aufgegriffen (Beantwortung ihrer Interessen, z.B. Pferde, Dinos, Vulkane, Ritter usw.) aber zum Teil auch ihnen zugemutete Themen nahe gebracht. Das wären u.a. Themen, die für die weitere Entwicklung bzw. das Leben in einer Gesellschaft von Bedeutung sind oder sich mit elementaren Sachen beschäftigen wie die Farben, die Jahreszeiten, bestimmte Feste bzw. das soziale Miteinander.

Trotz der Impulse, die die Kinder von mir bekommen, bin ich dennoch der Meinung, dass Bildung im weitesten Sinne nicht vermittelbar ist. Sie ist vielmehr Selbstbildung, in denen pädagogische Fachkräfte als Bezugsperson, Begleiter, Förderer, Unterstützer, Vorbild von Bildungsprozessen zur Seite stehen. Deshalb kommt dem Spiel auch in meinem Mini-Kindergarten einer besonderen Bedeutung zu.

Freies Spiel

Für die Selbstbildung benötigen die Kinder wiederum vielfältige Unterstützung, u.a. durch eine anregende Lernumgebung, in denen Materialien frei zugänglich sind sowie externe Quellen (z.B. andere Interaktionspartner wie der Bäcker, der Förster oder der Feuerwehrmann sowie die Natur) geschätzt und ihr Wissen genutzt wird. Bei Bildungsprozessen wird versucht den Blick weniger auf vermeintliche Defizite oder Mängel der Kinder zu richten sondern eher die Vielfalt ihrer individueller Lernwege wertzuschätzen bzw. anzuerkennen und ihre Interessen / Stärken / Kompetenzen zu nutzen. Dadurch soll eine gezielte, an den individuellen Fähig- und Fertigkeiten ansetzende Förderung ermöglicht werden. Doch um die Kinder letztendlich zu fördern, müssen zuerst ihre Fähigkeiten durch Beobachtung, Dokumentation und Reflexion von Lernprozessen wahrgenommen werden. Das ist einer meiner Hauptaufgaben.

Individuelle Unterstützung zur freien Entfaltung der Potentiale

Arbeit auf Papier: Getrocknete Blätter als Pferd
Projekt zum Thema Pferde: „Blätter-Pferde“

Jedes Kind soll in meinem kleinen Kindergarten in seiner Persönlichkeitsentwicklung unterstützt werden. Das ist nur möglich, wenn man erkennt, dass jedes Kind einmalig (einzigartig) und somit besonders ist. Deswegen benötigt jedes einzelne Kind eine bestimmte individuelle Unterstützung damit ihre / seine Potentiale sich optimal entfalten können.

Das Kind soll Selbstvertrauen / Selbstbewusstsein entwickeln, indem ihm ganz einfach Vertrauen entgegengebracht wird, ihm etwas zugetraut wird sowie seine Wünsche, Interessen und Bedürfnisse ernst genommen wird. Letztendlich ist ein weiteres großes Ziel, das Kind in seiner Selbstständigkeit zu fördern. Dazu bedarf es keinem gesonderten Plan. Gelegenheiten zum selbstständigen Handeln gibt es im Alltag zahlreich.